Neuer Feiertag für Norddeutschland

Reformationstag im norddeutschen Kalender 2018

Der Reformationstag: Neuer Feiertag in Norddeutschland

Die norddeutschen Bundesländer haben einmal nachgezählt: Jeweils neun gesetzliche Feiertage in Hamburg und Schleswig-Holstein stehen 13 Feiertagen in Bayern und zwölf Feiertagen in Baden-Württemberg gegenüber. Dieses Ungleichgewicht soll nun mit wenigstens einem zusätzlichen Feiertag in Norddeutschland ein wenig ausgeglichen werden.

Heißer Favorit war von Anfang an der Reformationstag. Doch auch der Internationale Frauentag am 8. März, der 8. Mai als Tag der Kapitulation von Hitler-Deutschland 1945 sowie der Tag des Grundgesetzes am 23. Mai waren in der engeren Auswahl.

Neuer Feiertag für Schleswig-Holstein

Zuerst einigte sich der Landtag in Schleswig-Holstein auf ein Datum für den neuen Feiertag in Norddeutschland: Der Reformationstag am 31. Oktober soll es sein. Der ist schließlich schon im benachbarten Mecklenburg-Vorpommern arbeitsfrei und wurde im Rahmen des Reformationsjubiläums 2017 schon einmal als bundesweiter gesetzlicher Feiertag erprobt. Bereits in diesem Jahr, ab 2018 also, tritt die neue Feiertagsregelung in Kraft.

Möwe mit Beute im Schnabel

Haben sich einen neuen Feiertag geschnappt: Schleswig-Holstein und Hamburg begehen ab 2018 den Reformationstag

Neuer Feiertag für Hamburg

Wenig später einigte man sich auch in der Hansestadt Hamburg auf den Reformationstag als zusätzlichen gesetzlichen Feiertag in Norddeutschland. Auch hier gilt: Bereits ab 2018 ist der Reformationstag in Hamburg frei.

Neuer Feiertag auch für Bremen und Niedersachsen?

Diskutiert wird hingegen noch in Bremen und Niedersachsen. Während sich der niedersächsische Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) schon Ende 2017 für einen neuen Feiertag in Niedersachsen ausgesprochen hat, wehren sich hier vor allem die Unternehmerverbände. Sie befürchten einen hohen Kostenaufwand, den der neue Feiertag mit sich bringen soll. Ihre Schätzungen belaufen sich auf rund eine Milliarde Euro allein für Niedersachsen.

Im Februar 2018 schließlich sprachen sich über zwei Drittel der Abgeordneten der Bürgerschaft in Bremen für den Reformationstag am 31. Oktober als arbeitsfreien Tag aus. Nun muss sich der Bremer Landtag mit der Entscheidung befassen. Hier wurde allerdings bereits verkündet, dass man die Entscheidung Niedersachsens abwarten möchte. Diese soll frühestens im April 2018 fallen.

Kritik am Reformationstag als norddeutschen Feiertag

Vor allem die Linke und Bündnis 90/Die Grünen kritisieren die Wahl des Reformationstags als neuen norddeutschen Feiertag. Sie hätten lieber einen Feiertag, der in keinerlei Verbindung zu einer Religion steht. Ohnehin wären 50 Prozent der Bremer konfessionslos und sechs der neun Feiertage sind bereits christlich geprägt. Inwiefern sie die Entscheidung für den Reformationstag noch kippen können, ist jedoch fraglich.